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LESERBRIEFAKTUELL

Leserbriefe werden ungekürzt veröffentlicht. Für den Inhalt oder Richtigkeit der veröffentlichten Leserbriefe übernimmt Moneytimes keine Gewährleistung.


"Riester- und Rürup-Rente"
13.06.2007


Bemerkung:
Rürup - Basisrente -, jeder vermeidet das Wort \"Versicherung\", warum wohl?

Sehr geehrte Damen und Herren,
dazu meine Meinung:
Die „Rürup-Rente“ auch Basisrente genannt ist nun angeblich attraktiver.
Der Bundesrat hat dem Jahressteuergesetz für das Jahr 2007 zugestimmt und so sind die Beiträge für die Rürup Rente rückwirkend ab dem
01.01.2006 ohne Anrechnung von anderen Versicherungsbeiträgen steuermindernd, sofern eine Steuerschuld besteht.

Die Rürup Rente ist - so wird behauptet - für Selbstständige besonders günstig. Wurde die Rürup Rente noch im Jahr 2006 abgeschlossen können 62 Prozent der Beiträge bei der Steuer als Freibetrag angesetzt werden, das sind maximal 12.400 Euro bei Alleinstehenden und 24.800 Euro bei verheirateten. Daraus ergibt sich dann eine individuelle Steuerersparnis.

Stufenweise werden diese 62 Prozent nun Jahr für Jahr angepasst, bis im Jahr 2025 dann 100 Prozent der Beiträge sich steuerlich auswirken, allerdings erfordern sie einen hohen finanziellen Aufwand als Vorleistung von bis zu 20.000 Euro für Singles und /oder 40.000 Euro bei verheirateten.

Allerdings sollte man beim Abschluss einer Rürup Rente wissen, dass sie extrem unflexibel ist. Frühestens ab 60 Jahre kann man Rente (diese bleibt bei Einkommen über der Pfändungsgrenze pfändbar) beziehen und es kann kein Geld entnommen werden. Die angeblichen
„Hinterbliebenen- und sonstigen Absicherungen“ sind Zusatzversicherungen und kosten zusätzlich Geld oder es geht zu Lasten des Sparbetrages.

Was passiert, wenn ein Selbständiger z.B. ein schlechtes Wirtschaftsjahr aber einen Kreditbedarf über 100.000 Euro hat, aber aufgrund des Ratings und Scorings der Banken kein Darlehen mehr bekommt? So kann sich trotz einem „Rürup-Vermögen“ von z.B. 200.000 € und einer Gläubigerforderung von z.B. 100.000 € eine Insolvenz nicht vermeiden lassen, weil man an sein eigenes Geld nie wieder drankommt.

Solange dieses bei den \"Rürup-Spar(versicherungs)verträgen\" so bleibt (nicht vererbbar, nicht übertragbar, nicht beleihbar usw.), werde ich niemandem raten, in ein so unsinniges Konstrukt auch nur einen Cent zu stecken.

Hier wird eine Wette auf ein langes Leben abgeschlossen - mit dem \"Zuckerbrot Steuerersparnis\" und der Peitsche \"Totalverlust bei Tod\"! Und so etwas soll seriös sein? Rechnen Sie mal nach, wie lange Sie leben müssen, bis Ihr Netto einbezahltes Geld in Form einer Garantierente wieder zurückgeflossen ist. Erst dann beginnt eine Rendite.

Der Anleger wird hier, wie so oft, mit dem Argument „Steuern sparen“
- egal was es kostet - meiner Meinung nach für dumm verkauft.
Eine weitere „Bauernfängerei“ erfolgte - wie schon öfters in der Vergangenheit - mit der Schreckensmeldung: „Ab 2007 sinkt der Garantiezins für Versicherungen!“

Auch hier gilt: Lassen Sie sich nicht austricksen. Zwar wird zum 01.
Januar 2007 der Garantiezins für neu abgeschlossene Kapitallebens- und Rentenversicherungen ein weiteres Mal gesenkt – von 2,75 auf 2,25 Prozent, aber wieder kein Hinweis, dass das Wort \"Garantie\" etwas vorspielt und kein Garant für eine feste, kalkulierbare Geldsumme ist.

Mehr als die Hälfte der unflexiblen Lebens- und Rentenversicherungsverträge werden mit großen Verlusten vor Vertragsende wieder gekündigt. Dies zeigt, wie wenig geeignet diese Produkte für die Altersvorsorge der meisten Sparer sind. „Viele wissen nicht, dass die vollmundig beworbene Garantieverzinsung bei solchen Versicherungen nur auf die Sparanteile und nicht auf den Beitrag geleistet wird“. Von den eingezahlten Beiträgen werden erhebliche Verwaltungskosten und Provisionen abgezogen und die Sparanteile kann ein Laie, oft auch Finanzexperten, gar nicht ermitteln.

„Gemessen an den einbezahlten Summen fällt die garantierte Verzinsung dadurch erheblich niedriger aus, wie z.B. Professor Bockholt von der FH Koblenz bei Recherchen (Quelle: Handelsblatt v. 27.02.2006 und Vermögensbildung professionell vom März 2006) ermittelt hat.

Werbung mit dem Garantiezins grenzt fast an Irreführung am Verbraucher, so meine Meinung und Kritik. Von den mageren Garantiezinsversprechen sind auch Rürup-Versicherungsverträge und die staatlich geförderten Riester-Rentenversicherungen betroffen. Auch bei den angepriesenen Versicherungen der Gewerkschaften sowie bei der betrieblichen Altersvorsorge lohnt sich ein genaues Prüfen und Nachrechnen. Nicht vergessen sollte man auf jeden Fall die Frage:
\"Wie sieht es nach der Sparzeit - also im Leistungsfall aus?\"

Instituts-, Produkt- und Provisionsabhängiges Verkaufen - dies ist nichts Unlauteres - verlangt eben auch seinen Preis, den der Anleger bezahlen muss. Die „Geiz-ist-geil- und „Gier-frisst-Hirn-Mentalität“ kommt oft sehr teuer zu stehen. Es gibt nichts kostenlos, wie es die -oft dümmliche - Werbung „weiss-zu-machen“ versucht. Oder glauben Sie dem Spruch:\"Nimm sechs, zahl fünf!\" Testen Sie es mal und nehmen nur den sechsten Artikel ohne Bezahlung mit!

Durch Unkenntnis im Umgang mit Gelddingen und dem Nichtwissen über Anlagemöglichkeiten und falsches Sicherheitsdenken verzichten Bundesbürger jährlich auf viele tausend Euro. Wie sonst ist es zu erklären, dass geschätzte 60 bis 80 Prozent des Sparvermögens in Geldwertanlagen, oft mit Minusrenditen, statt in Sachwertbeteiligungen angelegt sind? Häufig genügt sogar ein einfaches Umlenken der Spargelder, um aus einem Flop eine lukrative Anlage zu machen.

Warum Basisrente verkauft wird / werden soll: \"........für Vermittler zählt das Provisionspotential der in aller Regel recht hohen versicherten Leistungen.\" sodie Aussage eines Versicherungsunternehmens.

Mit einem herzlichen Gruß aus Schwaben B. Steiner

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brunosteiner@t-online.de


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