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+++ Verdachtskündigung nur nach Zeugenbefragung +++
03.12.2008
Eine fristlose Entlassung wegen Verdachts auf Diebstahl ist rechtswidrig, wenn der Arbeitgeber zuvor nicht Alles tut, um den Sachverhalt bestmöglich aufzuklären. Insbesondere muss er alle beteiligten Zeugen anhören, bevor er die Kündigung ausspricht. Das zeigt eine Entscheidung des Hessischen Landesarbeitsgerichts in Darmstadt (Az. 4/12 Sa 523/07).

Ein Krankenhaus hatte eine seit siebzehn Jahren dort angestellte Hebamme fristlos entlassen. Der Arbeitgeber verdächtigte die Frau schon länger, aus Klinikbeständen regelmäßig starke Schmerzmittel zu entwenden. In Personalgesprächen hatte die Frau zwar zugegeben, das Medikamentenbuch nicht sorgfältig genug geführt zu haben. Den Diebstahlverdacht hatte sie jedoch stets zurückgewiesen. Als nach ihrer Schicht wieder einmal mehrere Ampullen eines Betäubungsmittels fehlten, sprach der Arbeitgeber die fristlose Kündigung aus. Die Hebamme klagte gegen ihre Entlassung und bekam Recht.

Schon der Verdacht einer schweren Verfehlung könne zwar eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen, so das Hessische Landesarbeitsgericht. Bei einer Verdachtskündigung bestehe jedoch die Gefahr, dass der Arbeitnehmer zu Unrecht beschuldigt wird. Der Arbeitgeber müsse deshalb alles Zumutbare unternehmen, um den Sachverhalt aufzuklären. Dazu müsse er alle Personen befragen, die an dem Vorgang beteiligt waren. Insbesondere sei zu prüfen, ob nicht auch andere Personen als Täter in Betracht kommen. Im verhandelten Fall hätte die Klinikleitung alle anwesenden Pflegekräfte als Zeugen befragen müssen. Dies sei jedoch nicht geschehen. Eine spekulative Vermutung alleine rechtfertige aber keine außerordentliche Kündigung. Das Gericht erklärte die Entlassung der Hebamme deshalb für unwirksam.

www.forum-berufsunfaehigkeit.de

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