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+++ Rückblick +++
10.03.2010
Der Spiegel hat in Heft 28 eine sehr lesenswerte Geschichte über den Niedergang der amerikanischen Automobilindustrie. Als Gründe werden angeführt: Man hat das Aufkommen von Konkurrenz ignoriert. Die Konkurrenz habe die Produkte angeboten, die die Kunden haben wollten und bezahlen konnten. Während bei der erfolgreicheren Konkurrenz Techniker oder Vertriebsleute das Sagen hatten, hätten an der Spitze der Verlierer nur Finanzmanager mit Quartalsdenken gestanden. Wenn ein neues Modell drei Jahre bis in die Gewinnzone braucht, muss es also zwölf Quartalsberichte überstehen. Das wollten sich die Verlierer nicht leisten. Statt dessen haben sie Firmen am laufenden Band gekauft.

Merkwürdig, wie diese Geschichte doch an die deutsche Versicherungswirtschaft erinnert. Sind General Moitors, Ford und Chrysler die Vorbilder? Wo früher Vertriebsleute oder Versicherungstechniker das Sagen hatten, erklimmen heute immer mehr Finanzmanager die Chefsessel. Versicherungstechnisches Know How stirbt aus. Am laufenden Band werden Firmen gekauft, die Konkurrenz der besseren Vereine ignoriert. Und die Leistung für den Kunden ist stellenweise lausig, interessiert aber die Chefs kaum noch. Vor allem wird völlig an seinem Bedarf vorbei verkauft. Rente, weil das so schön klingt. Fonds-LV, weil man damit mehr verdienen und das Anlagerisiko so schön auf den Kunden verlagern kann. Das eingeführte Produkt kapitalbildende gemischte Lebensversicherung lässt man vor die Hunde gehen. Um den Rest kümmert man sich überhaupt sich.

Die gesetzliche Sozialversicherung, die dem Kollaps am nächsten ist, dürfte wohl die Pflegeversicherung sein. Was machen die Lebensversicherer daraus? Ganze 17.000 Pflegerentenerträge mit einem Prämienvolumen von 6 Mio. € haben sie im Bestand. Eine Lachnummer. Nicht viel besser sieht es in der Risiko-Lebensversicherung aus. Obwohl jeder fünfte Bundesbürger kein Altersvorsorgeproblem hat, weil er früher stirbt und von der gesetzlichen Rentenversicherung weniger als die Hälfte des Satzes von Hartz IV bekommt, generiert die Branche ganze 4,4 % ihrer laufenden Beitragseinnahmen aus der Risiko-Leben. Befindet sich praktisch im Verkäuferstreik, denn die Masse der wenigen Verträge läuft auch noch über Direktversicherer, bei denen die Kunden ihre Versorgungsentscheidungen aus eigenem Antrieb treffen.

Ist Ihnen was aufgefallen? Nur zur Richtigstellung: Der Spiegel hat im Heft 28 aus dem Jahre 1996 den Niedergang der Automobilindustrie beschrieben, und der Artikel stammt aus dem gleichen Jahr, übrigens verfasst von Manfred Poweleit, dem Herausgeber des map-report.




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