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+++ Was tun, wenn die Änderungskündigung kommt? +++
12.09.2012
„Wegen schlechter Geschäftslage müssen wir Ihren Arbeitsvertrag umstellen“ – solche Nachrichten erreichen auch Arbeitnehmer zunehmend. Sollen Entlassungen vermieden werden, greifen Personalchefs häufig zur Änderungskündigung – einer Beendigung des bestehenden Arbeitsverhältnisses mit neuem Vertragsangebot zu veränderten Bedingungen. Für den Betroffenen bedeutet das meist eine Verschlechterung – weniger Lohn, längere Arbeitszeiten, kürzerer Urlaub. Zulässig sind Änderungskündigungen etwa dann, wenn durch sie Entlassungen oder gar die Schließung des Betriebs vermieden werden können.

Wenn Sie eine Änderungskündigung erhalten, können Sie unterschiedlich reagieren: sind Sie mit Ihrem Chef darüber einig, wie das Arbeitsverhältnis in Zukunft gestaltet sein soll, unterschreiben Sie den neuen Vertrag und arbeiten ab dem vereinbarten Zeitpunkt zu den neuen Bedingungen.

Wenn Sie das neue Angebot nicht annehmen, wirkt die Änderungskündigung automatisch als Beendigungskündigung – nach Ablauf der Kündigungsfrist ist Ihr Arbeitsverhältnis zu alten Bedingungen beendet. Innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Änderungskündigung können Sie beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben. In diesem Fall entscheiden die Gerichte häufig auf Aufhebung des Arbeitsverhältnisses gegen Abfindung.

Auch bei Änderungskündigungen muss sich die Firma an das Prinzip der Sozialauswahl halten: neben Dauer der Betriebszugehörigkeit, Alter und Familienstand müssen auch Unterhaltspflichten und abzuzahlende Schulden bei der Entscheidung berücksichtigt werden, welche Mitarbeiter von der Änderungskündigung betroffen sein sollen. Als Betroffener kann man das Angebot des Arbeitgebers unter Vorbehalt einer gerichtlichen Überprüfung der Sozialauswahl annehmen.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, muss innerhalb von drei Wochen seine Zustimmung unter Vorbehalt erklären und im selben Zeitraum das Arbeitsgericht anrufen. Stellt sich im anschließenden Verfahren heraus, dass der Arbeitgeber die Regeln der Sozialauswahl nicht ausreichend beachtet hat, kann das Gericht die Änderungskündigung rückgängig machen.



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