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+++ Haftung auch wenn Hund den Tierarzt beist +++
18.10.2012
In Stresssituationen können auch ansonsten gutmütige Hunde zur Attacke auf den Menschen übergehen, wie die Geschichte zu einem aktuellen Gerichtsurteil des Oberlandesgerichtes Celle beweist:
Der beteiligte Schäferhund erwachte nach einer Darmspiegelung aus der Narkose und hat aus Orientierungslosigkeit und Angst zwei Ärzte in Arme und Hand gebissen. Sie verklagten die Hundehalterin daraufhin auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Dem gab das Gericht weitestgehend statt. „Denn laut Bürgerlichem Gesetzbuch muss der Tierhalter für Schäden seines Haustieres grundsätzlich aufkommen, die Frage nach einem Verschulden des Halters hingegen ist nur bei Nutztieren wie Mastschweinen etwa relevant“, erklärt Konrad Göbel, Haftpflichtexperte der Gothaer Versicherung Köln.

Hundeattacken können fatal enden: Aufgrund der kräftigen Kaumuskulatur, der langen spitzen Fangzähne und den scherenartig ineinander greifenden Reißzähnen der Tiere verursachen Hundebisse oft erhebliche Verletzungen, beispielsweise eine zerrissene Muskulatur oder starke Verletzungen von Sehnen, Gelenken und Knochen. Oftmals liegt die Schuld dafür nicht beim Hund alleine. Vor allem fehlende Sachkunde des Menschen führt oft dazu, dass ein Hund gefährlich werden kann. So soll man Hunde nie von hinten anfassen, ihnen nachgehen, sie bedrängen, anschreien oder ihnen längere Zeit in die Augen sehen, da sie sich dadurch bedroht fühlen könnten.
Herrenlose Hunde sind zu meiden. Auch davonzurennen ist falsch, im schlimmsten Fall könnte ein Hund beispielsweise ein Kind als zu jagende Beute ansehen. Kinder sind überhaupt besonders gefährdet, da sie das Verhalten von Hunden regelmäßig falsch einschätzen.

Häufig ist der Halter mit zahlreichen Schadenersatzforderungen konfrontiert
Neben durch Bissverletzungen ausgelöste hohe Heilungskosten und
Schmerzensgeldansprüche muss der Halter oft auch noch weitere
Schadenersatzansprüche befriedigen. In dem Fall der Ärztebisse konnte ein Arzt längere Zeit nicht arbeiten, hatte also hohe Einnahmeausfälle. „Die Kosten eines Hundesbisses können jedenfalls leicht die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Hundehalters übersteigen. Dennoch gibt es erstaunlicherweise keine generelle, deutschlandweite Versicherungspflicht für Hundehalter, sondern lediglich höchst unterschiedliche Reglungen der verschiedenen Bundesländer.

Beispielsweise besteht in Nordrhein-Westfalen für große Hunde ab 20 kg Körpermasse oder 40 cm Schulterhöhe nach dem Landeshundegesetz eine Versicherungspflicht. Der Hundebesitzer ist aber grundsätzlich gut beraten eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschießen, egal wie groß der Wegbegleiter ist. Quelle: Gothaer

www.fss-online.de/schnelleinstieg/phv_hund.asp



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