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+++ Pflegesituation verschärft sich +++
23.05.2013
Der Japaner Jiroemon Kimura gilt als ältester Mensch der Welt. Als er 1897 geboren wurde, regierte noch die englische Königin Viktoria und Rudolf Diesel brachte zum ersten Mal seinen Motor in Gang. Kimura hat Glück: Er lebt heute bei seiner Familie und ist gesund. Das wird für viele Betagte in Zukunft immer unwahrscheinlicher. Zunehmend mehr alte Menschen müssen gepflegt werden. Alleine in Deutschland gibt es derzeit über zwei Millionen pflegebedürftige Menschen. Daran erinnert nicht zuletzt der Internationale Tag der Pflege am 12. Mai 2013. Weil die Menschen in Deutschland zukünftig länger leben werden, rechnen Experten bis zum Jahre 2050 mit einer Verdopplung der Pflegebedürftigen. „Wir gehen davon aus, dass im Jahre 2050 rund 4,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein werden. Wer im Pflegefall gut umsorgt sein möchte, sollte seine Altersvorsorge neu überdenken“, sagt Allianz Experte Klaus Michel.

Auch die gesamteuropäische Entwicklung wird in vergleichbaren Bahnen verlaufen. Im Jahre 2060 werden in der EU rund 152 Millionen Menschen leben, die über 65 Jahre alt sind. Davon werden mehr als 50 Millionen EU-Bürger pflegebedürftig sein. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Jungen wird dann bei knapp 85 Jahren und die eines neugeborenen Mädchens bei 89,1 Jahren liegen. Die Folge: immer weniger junge Menschen müssen für immer mehr ältere Menschen aufkommen. „Diese Entwicklung ist alarmierend. Verschärft wird die Situation durch den demografischen Wandel, da auch mit einem sinkenden Angebot an Pflegekräften und damit steigenden Pflegekosten zu rechnen ist“, so Michel.

In den letzten Jahren sind gut ausgebildetes Pflegepersonal und Pflegeheime deutlich teurer geworden. Diese Entwicklung illustrieren die nachfolgenden Zahlen:
Obwohl die gesetzliche Rente und die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in den letzten Jahren anstieg, glichen die Erhöhungen die Steigerung der Pflegekosten nicht aus. Zum Beispiel reichte im Jahre 1999 die sogenannte Standardrente (das ist die Rente nach 45 Beitragsjahren eines Durchschnittsverdieners) plus die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung noch aus, um die monatlichen Heimkosten von rund 2.470 EUR eines Pflegebedürftigen in Pflegestufe III zu finanzieren.
In den darauffolgenden zehn Jahren stiegen die Heimkosten allerdings um rund 16 Prozent auf durchschnittlich 2.865 EUR an. Standardrente plus Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen seitdem für die Bezahlung der Heimkosten nicht mehr aus. Schon seit dem Jahre 2009 klafft in der Finanzierung stationär Pflegebedürftiger in Stufe III im Durchschnitt eine Lücke von monatlich ca. 300 EUR, die der Pflegebedürftige zu tragen hat.
Die oben genannten Zahlen zeigen nur annähernd auf, vor welchen Problemen Pflegebedürftige und deren Angehörige stehen. Ein Lösungsansatz stellt in diesem Zusammenhang ein am 01. Januar 2013 eingeführtes neues Konzept der Absicherung im Pflegefall dar. Bei dem sogenannten „Pflege-Bahr“ handelt es sich um eine staatlich geförderte Pflege-Zusatzversicherung.

Bereits heute können viele deutsche Familien die Pflege ihrer Angehörigen nicht mehr selbst übernehmen. Dies führt dazu, dass viele Pflegebedürftige von Dritten versorgt werden müssen. Gleichzeitig wird das Personal für die Versorgung immer knapper. In Deutschland pflegen heute rund 950.000 professionelle Pflegekräfte gemeinsam mit familiären Pflegekräften rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige. Zukünftig erwarten die Experten, dass bis zum Jahr 2060 alleine in Deutschland 783.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden.
Die Frage, die dringend geklärt werden muss, ist: Woher sollen diese zusätzlichen Kräfte kommen? Erschwerend wird sein, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gleichzeitig abnehmen wird. Hohe Priorität sollte daher die Imageverbesserung des Berufsbildes des Pflegers haben. Klaus Michel: „Jeder Mensch hat das Recht auf Würde im Alter und entsprechende Pflegeleistungen. Um dies zu gewährleisten, muss der Pflegeberuf unbedingt attraktiver werden und junge Menschen müssen für diese Aufgabe begeistert werden.“

Heute liegt die Last der Pflege vor allem auf den Schultern der weiblichen Familienmitglieder. Die Betreuung der Pflegebedürftigen erfolgt zu 90% durch weibliche Angehörige. Viele Frauen sehen sich einer doppelten Belastung ausgesetzt: Beruflich erfolgreich zu sein und gleichzeitig daheim für die Pflege der Angehörigen Verantwortung zu tragen. Die heutigen Gesellschaften müssen die Familien entlasten und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglichen. Dazu gehören nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern auch die Möglichkeit, eine berufliche Auszeit zu nehmen. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind an die Erfordernisse anzupassen: Finanzielle Vorsorge ermöglichen und gleichzeitig neue Vorsorgemodelle einführen. Beides wird notwendig sein, um in Zukunft eine angemessene Pflege zu gewährleisten,“ sagt Klaus Michel. Quelle: MT/ Allianz

www.fss-online.de/index_pkv.asp?





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