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+++ Deutsche Konjunktur fasst Tritt +++
20.11.2013
Nach einem nur mäßigen Start ins Jahr 2013 hat die Konjunktur in Deutschland seit dem Frühjahr an Schwung gewonnen. Das Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres wurde begünstigt durch Nachholeffekte im Bau, aber auch im zweiten Halbjahr ist mit weiteren Produktionszuwächsen zu rechnen. Die Beurteilung der Geschäftslage und die Geschäftserwartungen in der gewerblichen Wirtschaft haben sich seit Ende des vergangenen Jahres deutlich verbessert.

„Positive Impulse dürften gegen Jahresende 2013 sowohl vom Export als auch von der Binnennachfrage ausgehen. Die sich abzeichnende Belebung der Weltwirtschaft und die Stabilisierung im Euroraum werden voraussichtlich zu spürbaren Zuwächsen beim deutschen Export führen“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. Im Bau ist angesichts gut gefüllter Auftragsbücher eine weitere Produktionsausweitung zu erwarten. Die verfügbaren Einkommen steigen im zweiten Halbjahr 2013 wahrscheinlich etwas stärker an als im ersten Halbjahr, was die Verbrauchsnachfrage stützt. Die Ausrüstungsinvestitionen dürften sich angesichts einer wieder etwas höheren Kapazitätsauslastung beleben. Alles in allem ist im dritten Quartal dieses Jahres mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent und im vierten von 0,6 Prozent zu rechnen. Im Jahresdurchschnitt 2013 beträgt das Wachstum damit schätzungsweise 0,6 Prozent.

2014 ist aus heutiger Sicht von einer Fortsetzung der positiven wirtschaftlichen Entwicklung auszugehen. „Die noch immer sehr expansive Geldpolitik, die Konjunkturerholung im Euroraum, der verhältnismäßig geringe Konsolidierungsdruck im Inland und der stabile Arbeitsmarkt bilden die Grundlage für eine stärkere konjunkturelle Expansion nach zwei mäßigen Jahren des Wachstums. Die deutsche Wirtschaft wird bei günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Verlauf von 2014 ein Wachstumstempo von 2 Prozent vorlegen können“, sagte Heise. Aufgrund eines Überhangs zu Beginn des Jahres entspricht dies auch einem Wachstum von 2,0 Prozent im Jahresdurchschnitt.

Diese Prognose beruht allerdings ausschließlich auf den von der bisherigen Bundesregierung für 2013 und 2014 beschlossenen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen. In den Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD deuten sich beträchtliche Kurskorrekturen an. „Die Diskussion um höhere Staatsausgaben, mehr Sozialleistungen und einen flächendeckenden Mindestlohn sind im Hinblick auf die wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands mit Sorge zu betrachten“, so Heise.

Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure ist 2013 zwar nicht mehr so hoch wie im vergangenen Jahr, da der gewogene Außenwert des Euro spürbar an Wert gewonnen hat und die deutschen Lohnstückkosten zeitweise recht kräftig gestiegen sind. Doch ist sie im längerfristigen Vergleich noch immer deutlich überdurchschnittlich. Von Seiten der Wettbewerbsfähigkeit dürfte die deutsche Exportwirtschaft also gute Chancen haben, am zu erwartenden Wachstum des Welthandels teilzuhaben. Mit der Belebung im Euroraum entfällt ein Belastungsfaktor. Wegen des hohen Anteils der Investitionsgüter deutscher Exporteure könnten diese sogar im Vorteil sein, da global wieder mit einer höheren Investitionsneigung zu rechnen ist. Die deutsche Ausfuhr an Waren und Dienstleistungen dürften 2014 real um 5,3 Prozent zunehmen nach lediglich 1,0 Prozent in diesem Jahr. Damit würde sie Schritt halten mit der Expansion des Welthandels.

Der private Verbrauch wird voraussichtlich auch weiterhin moderat expandieren. Der geringere Auftrieb der Verbraucherpreise hat im bisherigen Jahresverlauf zwar die Kaufkraftverluste gemindert, der Zuwachs bei den verfügbaren Einkommen fiel aber im ersten Halbjahr 2013 nur mäßig aus. Bei den realen Einkommen ergab sich sogar ein geringfügiger Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012. Dass es dennoch zu einem realen Zuwachs im privaten Verbrauch gekommen ist, ist auf eine deutlich gestiegene Konsumneigung oder – anders ausgedrückt – eine gesunkene Sparneigung zurückzuführen. Für das zweite Halbjahr 2013 und insbesondere für 2014 sind die Perspektiven der Einkommensentwicklung aber wieder günstiger.

Alles in allem dürften die verfügbaren Einkommen in diesem Jahr lediglich um 2,1 Prozent zunehmen. Im nächsten Jahr ist mit 3,4 Prozent infolge eines stärkeren Anstiegs der Arbeitseinkommen, voraussichtlich höherer Rentenanpassungen und einer leichten Beschleunigung bei den Gewinneinkommen wieder ein deutlich kräftigerer Zuwachs zu erwarten. Die Sparquote, die seit 2008 (11,5 Prozent) tendenziell sinkt, geht 2013 und 2014 auf rund 10 Prozent zurück. „Ohne Zweifel macht das extrem niedrige Zinsniveau die Ersparnisbildung unattraktiver als früher“, so Heise.

Die Stabilisierung der Kapazitätsauslastung und die recht gute Ertragslage der Unternehmen sind günstige Voraussetzungen für eine weitere Erholung der Investitionstätigkeit. Sollte sich die europäische Schuldenkrise weiterhin stabilisieren und es zu keiner erneuten Verschlechterung des außenwirtschaftlichen Umfelds kommen, so ist zu erwarten, dass die Anlageinvestitionen expandieren. Heise: „Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass zurückgestellte Investitionen bei wieder anziehender Konjunktur nachgeholt werden. Da außerdem die Finanzierungsbedingungen noch für einen längeren Zeitraum sehr günstig bleiben und die Unternehmen über reichlich Eigenfinanzierungsmittel und Liquidität verfügen, sehen wir gute Chancen, dass die Investitionen über den Prognosezeitraum wieder stärker an Fahrt gewinnen werden“.

Trotz der Konjunkturschwäche im Winterhalbjahr 2012/13 kam es zu keiner Unterbrechung des Beschäftigungsaufbaus in Deutschland. Die Erwerbstätigenzahlen sind seit Ende 2012 Monat für Monat kontinuierlich gestiegen. Angesichts dieser Entwicklung trotz mäßiger Kapazitätsauslastung rechnen wir nicht damit, dass es mit der konjunkturellen Belebung zu einer weiteren deutlichen Beschleunigung des Beschäftigungsanstiegs Ende dieses Jahres und auch im nächsten Jahr kommt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte im Verlauf von 2013 um über 250.000 und im Verlauf von 2014 um rund 300.000 steigen. Die stärksten Beschäftigungszuwächse sind auch weiterhin in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen und Gesundheits- und Sozialwesen zu erwarten.

Der Anstieg der Beschäftigung schlägt sich weiterhin nicht in einem entsprechenden Rückgang der Arbeitslosigkeit nieder. Dafür ursächlich ist die steigende Erwerbsbeteiligung älterer Erwerbsfähiger und Frauen sowie die starke Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland. Beide Faktoren gleichen den Rückgang der heimischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mehr als aus. Im bisherigen Jahresverlauf ist die Zahl der Arbeitslosen leicht angestiegen. Gegen Ende dieses Jahres wird die Arbeitslosenzahl wahrscheinlich stagnieren und im Verlauf von 2014 dann leicht zurückgehen. Die Zahl der Arbeitslosen läge im Jahresdurchschnitt 2013 damit mit 2,95 Millionen Personen um rund 50.000 höher als 2012. Im Jahr 2014 käme es im Jahresdurchschnitt zu einem Rückgang um 30.000 auf 2,92 Millionen Personen. Im Vergleich mit den EU-Ländern hat Deutschland voraussichtlich weiterhin die zweitniedrigste Erwerbslosenquote nach Österreich.

Nach einem mäßigen Jahresbeginn gewann die Weltkonjunktur im zweiten Quartal an Dynamik. Dies lag vor allem daran, dass sich die wirtschaftliche Lage in den Industrieländern verbesserte. Ein Lichtblick war insbesondere, dass das BIP-Wachstum im Euroraum erstmals nach sechs negativen Quartalen wieder positiv ausfiel. In den USA und Großbritannien zog die gesamtwirtschaftliche Leistung wieder an, nachdem sie zu Jahresbeginn nur mäßig gewachsen war. Zudem setzte sich infolge der expansiven Ausgestaltung von Geld- und Finanzpolitik die konjunkturelle Erholung in Japan auf verbreiterter Basis fort. Demgegenüber blieb die wirtschaftliche Expansion in den meisten Schwellenländern noch recht verhalten.

Die globale Wertschöpfung wird im laufenden Jahr mit einem Anstieg um 2,3 Prozent geringfügig schwächer expandieren als im vergangenen Jahr. Dank der derzeitigen konjunkturellen Festigung in den Industrieländern und der damit einhergehenden Konjunkturbelebung in den Schwellenländern, insbesondere in Osteuropa, dürfte die globale Wertschöpfung 2014 mit 3,1 Prozent kräftiger wachsen als noch in diesem Jahr.

Wie das aktuelle Jahr wird auch 2014 Herausforderungen bereithalten – vor allem für die Finanzmärkte. Bei der Geldpolitik ist ein schrittweiser Ausstieg aus dem Krisenmodus zu erwarten, angeführt von der US-Notenbank mit der Verringerung ihrer Wertpapierankäufe. Bedenken hinsichtlich der Zinsentwicklung am Geldmarkt, der Liquidität im Bankensystem und des Kreditwachstums könnten die Europäische Zentralbank (EZB) veranlassen, ihre Geldpolitik – trotz der sich abzeichnenden konjunkturellen Erholung in der Eurozone – nochmals zu lockern, bevor sie Ende 2014 schließlich einen Kurswechsel vornehmen dürfte. Heise: „Selbst bei einer weiter sehr akkomodierenden Geldpolitik könnten erste Schritte der Kurskorrektur mit ausgeprägten Kursauschlägen an den Märkten einhergehen“.

Das größte Risiko für die Weltwirtschaft – ein haushaltspolitischer Stillstand in den USA – ist zumindest vorerst gebannt. In letzter Minute wurde eine vorläufige Einigung über die Finanzierung des Haushalts sowie über die Schuldenobergrenze erzielt. Eine Nichteinigung hätte eine Rezession in den USA ausgelöst, die die Weltwirtschaft mit sich gerissen hätte. Wir gehen bei unserer Prognose nicht davon aus, dass eine erneute kritische Zuspitzung eintritt. Die politischen Kräfte dürften im Interesse der USA und der Weltwirtschaft einen Kompromiss erreichen. Quelle: MT / Allianz




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