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Zuzahlungsbefreiung nutzen
07.07.2005
Medikamente, Heilmittel, Praxisgebühr – was die Krankenkasse früher voll bezahlt hat, kostet heute extra. Doch die Zuzahlungen sind nicht unbegrenzt: jeder Versicherte braucht pro Kalenderjahr höchstens zwei Prozent seines Bruttoeinkommens aufwenden, bei chronisch Kranken liegt die Belastungsgrenze bei nur einem Prozent. Berücksichtigt werden sämtliche Einnahmen aller Haushaltsmitglieder – also auch die Einkünfte nicht verheirateter Partner. Die Belastungsgrenze von zwei Prozent errechnet sich aus dem Haushalts-Bruttoeinkommen abzüglich der Freibeträge. Als Freibetrag werden in 2005 für den ersten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen 4.347 Euro angerechnet, für jeden weiteren Angehörigen beträgt der Freibetrag 2.898 Euro. Der Freibetrag für Kinder liegt bei 3.648 Euro. Bei Alleinerziehenden gilt das Kind als erster Angehöriger, so dass statt dessen der höhere Freibetrag von 4.347 Euro in Abzug gebracht werden kann. Bei getrennt lebenden Familien kann der Freibetrag nur in dem Haushalt geltend gemacht werden, in dem das Kind auch lebt – unabhängig von Unterhaltspflichten. Bei Familien mit einem chronisch Kranken gilt die Grenze von einem Prozent für alle, die in diesem Haushalt wohnen – ganz gleich, wer bei welcher Versicherung oder mit wem versichert ist. Welche Erkrankungen unter die Chroniker-Regelung fallen, kann bei der Kasse erfragt werden. Um zu ermitteln, ob die Zuzahlungsgrenze erreicht ist, werden die im laufenden Kalenderjahr bereits geleisteten Zuzahlungen zusammengerechnet. Dazu gehören: Praxisgebühren beim Arztbesuch, Zuzahlungen bei Arznei- und Verbandmitteln, bei Heilmitteln, bei häuslicher Krankenpflege, bei Hilfsmitteln und im Krankenhaus. Nicht berücksichtigt werden Ausgaben für Zahnersatz und für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, für Brillen, Sehhilfen oder beim Heilpraktiker. Um einen Befreiungsausweis zu bekommen, muss man die Belege sammeln und der Krankenkasse vorlegen. Dort wird geprüft, ob die Zuzahlungsgrenze erreicht und eine Befreiung für den Rest des Jahres möglich ist. Das Ganze passiert aber nur auf Antrag: der Versicherte muss seine Ausgaben also im Auge behalten und sich selbst an die Krankenkasse wenden. Liegt die Summe der Zuzahlungen zum Zeitpunkt des Befreiungsantrags bereits über der Belastungsgrenze, erstattet die Kasse den zuviel gezahlten Betrag zurück.

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