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+++ Zinserträge richtig planen +++
10.05.2006

In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase gilt es zu vermeiden, dass auf ohnehin magere Zinserträge noch Steuern fällig werden. Bereits kleinere Sparanlagen können steuerpflichtig werden, wenn man die falsche Auszahlungsform wählt. Steuerfallen lauern zum Beispiel bei auf- oder abgezinsten Sparbriefen und bei Bundesschatzbriefen Typ B, bei denen die Ertragsausschüttung in Form einer Einmalzahlung erfolgt.

Beispiel: In einem Sparbrief zu drei Prozent Zinsen werden 20.000 Euro angelegt. Bei jährlicher Ausschüttung erzielt der Anleger dann 600 Euro Zinserträge pro Jahr. Damit schöpft er den ihm zustehenden Freibetrag auf Kapitalerträge von 1.421 Euro bei weitem nicht aus, so lange er keine weiteren nennenswerten Zinseinkünfte hat. Die jährlich anfallenden Zinsen sind dann steuerfrei.

Wer die 20.000 Euro jedoch in einem so genannten auf- oder abgezinsten dreiprozentigen Sparbrief mit vier Jahren Laufzeit anlegt, erhält die über vier Jahre angesammelten Zinsen – einschließlich Zinseszinsen sind das über 2.400 Euro – am Ende der Laufzeit in einem Betrag gutgeschrieben und ausbezahlt. Damit überschreitet er seinen Sparer-Freibetrag und muss die über 1.421 Euro plus 51 Euro Werbungskostenpauschale hinausgehenden Zinserträge versteuern.

Bei Bundesschatzbriefen Typ B werden die Zinsen sogar über sieben Jahre angesammelt und sind dann im Jahr der Fälligkeit - oder bei einem vorzeitigen Verkauf – voll steuerpflichtig. Fachleute empfehlen deshalb, vor dem Kauf von verzinsten Sparanlagen mit Einmalzahlung der Erträge erst einmal die steuerlichen Folgen zu prüfen. Sollte der Sparer-Freibetrag überschritten werden, ist die jährliche Ausschüttung vorzuziehen.

Besonders wichtig wird eine gute Planung der Kapitalerträge ab dem kommenden Jahr: Um die leeren Staatskassen zu füllen, wird der Sparerfreibetrag für 2007 voraussichtlich auf 750 Euro gekürzt, bei Verheirateten sinkt der Freibetrag auf 1.500 Euro.



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